Schreiben wir es nieder!
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Pearl

Hierbei handelt es um eine umgeschriebene und umdekorierte Fassung von "die kleine Meerjungfrau." Wie auch im Orginal dreht sich die Geschichte um eine mystische Kreatur aus dem Meer mit einem fraulichen Oberkörper und einer fischnahen Flosse als Beinmerkmal. Das Genre ist Fantasy. Der Unterschied zum Orginal bildet sie für Erwachsene ausgelegte Schreibweise. Das Thema Liebe und Romantik sind zwar Zentral, aber auch Verweise zu dem Thema Trauer und Kritik an einem Frauenbild lassen sich finden. In dieser Geschichte beobachtet der Leser in einer erzählenden Ich-Perspektive, wie ein fremdartiges Wesen die Welt wahrnimmt. Hier sind Auszüge:

 

Prolog (Seite 1)

 

 Ich fragte mich, wer denn nun diese Maßstäbe setzte. Welche Idee dahinter steckte, dass man Zeit verschwenden könnte. In jedem Moment, indem man ist, ist man. Egal, was man tut. Egal, wie man sie füllt. Die Zeit läuft, doch wie die Menschen den Tod kennen, aber nicht begreifen konnten, begriff ich die Zeit nicht. Sie erreichte mich nicht, dort wo ich war. Ich beobachte nur wie sie ihre Spuren hinterlassen hatte. Wie die Sonne aufging und auch wieder verschwand. Tag für Tag. Ich sah das Leben vergehen und neues Leben entstehen. Mich betraf dieser Zyklus nicht. Ich war ausgeschlossen. Eine seltsame Ausnahme. Ich wusste selbst nie warum und ich frage nicht mehr, denn meine Gedanken waren auch die Gedanken meiner Schwestern. Sie sangen harmonisches Lied, welches außer uns niemand sonst hören konnte.
Die Zeit ging spurlos an uns vorbei.  In der endlosen Dunkelheit meines Heims verlor sie ihren heiligen Platz. Ich hatte einen Körper, den ich nie bewegte. Er wirkte zerbrechlich. Die Sonne hatte nie meine Haut berührt, ich brauchte keine Muskeln. Mein Körper war eine Sammlung zufälliger Bewegungen, lieblos auf den Rücken gebetet. Ich brauchte ihn nicht, denn meine Sinne schweiften über endlose Bilder von Welten, die ihn trotzdem nie wirklich gesehen habe, wie es die Menschen taten. Es war wie durch ein Fernglas zu sehen. Man konnte die Schärfe beliebig verstellen. Überall dorthin, wo wir etwas betrachten wollten, sollte es für Außenstehende auch noch so banal und unwichtig erscheinen wie ein Blatt im Wind. Wir sagten uns es sei unsere Aufgabe zu beobachten und uns zu erinnern, sollte uns jemand eines Tages finden und dazu befragen als wären wir Chronisten, was nicht mehr als eine kühne Fantasie war um nicht den Verstand zu verlieren. Die Menschen kannten gerne ihre Vergangenheit und wir kannten sie. Hier unten gab es kein Licht außer uns. Wir leuchteten manchmal mit kleinen, bunten Kugeln, die den Farben auf Erden und auf dem Meer glichen. Hätten wir gegraben, wären unsere Finger am Schmelztiegel der Welt verbrannt. An ihrer totbringenden Mitte. Wir atmen durch Kiemen, die unsere Schläfen hinab liefen, über die Brust, vorbei bis zum geschuppten Fischschwanz. Meiner war wie in Silber gegossen. Ich denke ich war ein etwas, was als Fischfrau zu bezeichnen wäre. Ich trug keinen Namen. Niemand hatte mich geboren und mir einen gegeben. Ich war einfach da. Ich öffnete die Augen und ich war. Die Menschen nannten sich selbst "Mensch". Wir sprachen einander nicht wirklich an, die Funktion der Namen war also unnötig. Warum hätte ich fragen sollen, wo niemand hätte antworten können.

 Seite 2

 Es fing an mich zu deprimieren. Meine eigene Tatenlosigkeit in Anbetracht der Aktivität der Menschheit löste einen unbekannten Schmerz aus. Ich begann mir zu wünschen meine Zeit anders füllen zu können. Meine Schwester verstanden mich nicht. Die Menschen leben schnell, da sie ebenso schnell sterben. Für uns wurde ein bloß sich immer gleichendes Schauspiel auf Erden veranstaltet und die Tatsache, dass wir uns nur schwerlich körperlich regen konnte, war für sie der Beweis, dort zu bleiben, wo wir waren. Alleine die Augen zu öffnen, war anstrengend und sinnlos. Es verärgerte mich dies von ihnen hören zu müssen. Wozu hatten wir Augen, Ohren und einen Mund, wenn wir nicht ebenso sehen, hören und sprechen können? Meine Schwestern sagten es sei für die Menschen, wenn sie kommen würden. Damit sie sich in uns erkennen. Die Schwanzflosse lässt uns zu einem Teil des Meeres zuordnen. Beinahe kindlicher trotz regte sich in mir. Meine Schwestern wollten nicht, dass ich mich verletzte, weil ich vielleicht feststellen würde, dass es entweder nicht möglich ist von hier fort zu kommen oder mir etwas dort oben widerfahren konnte. Es war Sommer.  Zuerst regte ich nur die Finger. Ich knickte sie leicht, dann etwas mehr, bis ich gewaltsam eine Faust formen konnte. Die plötzliche Anspannung meiner Arme erschrecke mich, da ich mir vorher kaum eines Körpers bewusst war.

 Seite 9
Sie segelten los. Ich folgte ihnen, bemerkte aber auch, dass die Ungeheuer mir folgten. Anscheinend vergaßen sie nicht so einfach und hofften, wenn ich alleine war, dass sie mir dann etwas antun konnten. Allerdings griffen sie mich nicht an, also ignorierte ich sie. Ich nahm sie nicht sonderlich ernst. Was ich ernst nahm, war Andrew. Mittlerweile trugen viele Schiffe eine “Sirene” an ihrer Front, die sie beschützen sollte. Andrew hatte keine besondere Meinung dazu. Wie jeder Mann liebte er schöne Frauen, aber aus Märchen konnte er kein Schloss bauen, dachte er, als sich Abends die Seemänner Geschichten erzählten. Trotzdem hörte er interessiert zu und bewunderte die mit allen Wassern gewaschenen Männer. Sie sangen Lieder zusammen, amüsierten sich noch darüber freudig weg von Frau und Kind zu sein. Ich verschlang seine Gedanken, jeder einzelne schien besonders und wichtig für mich zu sein. Er dachte über vieles nach, aber nicht über den Grund und die Folgen seiner Reise. Das schob er beiseite.  Ich beobachtete sein Gesicht, wie es diese typische Falte zwischen seinen Brauen entstand als er die Karte studierte. Der Weg dorthin konnte gefährlich werden, da sie mehrere Insel passieren würden. Piraten gab es seit langer Zeit. Auch sie hatten wir hier und dort gerettet. Wir unterschieden nicht zwischen “guten” und “schlechten” Menschen. Das stand uns nicht zu. Er gab ein paar Anweisungen und legte sich zur Ruhe. Er wälzte sich lange hin und her, dass ich dachte er würde nie einschlafen. Er machte sich Sorgen in eine Falle zu tappen.

 

19.8.13 18:47
 


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